Vortrag und Diskussion mit Gerhard Stapelfeldt
Die Soziologie als Theorie von der Gesellschaft umschwebt, trotz des ihr zweifelsohne anhaftendem Positivismus, nach wie vor der Hauch des Kritischen. Insbesondere Studierende wähnen sich mit dieser Studienfachwahl per se als kritischere Menschen. Anders als eine kritische Gesellschaftstheorie, die die Aufklärung der bestehenden Gesellschaft anstrebt, also die Widersprüche von Wesen und Erscheinung aufzudecken sucht, geht die Soziologie von den Erscheinungen aus und verkennt diese naturalisierend als Tatsachen. Die Fachwissenschaft Soziologie spiegelt also lediglich das gesellschaftlich-Unbewusste wieder, verklärt somit und reproduziert die Ideologie des Bestehenden. Dies lässt sich aufzeigen anhand der sozialhistorischen Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland seit 1946 und der den dazu jeweiligen Zeitgeist wiederspiegelnden soziologischen Theorien.
Der Vortrag sucht somit Antworten auf die folgenden Fragen zu geben: Wieso wird Soziologie betrieben? Welche gesellschaftlichen Bedürfnisse erfüllt sie und welche gesellschaftlichen Interessen spricht sie aus?
